Neuroleptika bei Demenz
Neuroleptika sollen bei Menschen mit Demenz nicht als erste Maßnahme bei Verhaltens- und psychologischen Symptomen (BPSD) eingesetzt werden. Es muss immer ein Assessment für die Ursachen solcher Symptome vorausgehen.
Demenziell Erkrankte zeigen häufig Symptome wie Angst, Stimmungsveränderungen, Wahn, Halluzinationen, Aggression, die oft mit fehlender Kooperation bei pflegerischen Maßnahmen einhergehen und dann als herausfordernd oder störend wahrgenommen werden.
In solchen Situationen werden häufig Neuroleptika verordnet, obwohl die Evidenz für den Nutzen beschränkt bzw. widersprüchlich ist, während die Risiken einschließlich Übersedierung, kognitiver Verschlechterung, erhöhtem Risiko für Stürze, Schlaganfall und Sterblichkeit eindeutig belegt sind. Unter Maßgabe strengster Indikationsstellung ist ein solcher Einsatz von Neuroleptika in möglichst niedriger Dosierung von kürzest möglicher Anwendungsdauer zu wählen; eine Befristung ist durch regelmäßige, z.B. wöchentliche, Überprüfungsintervalle zu gewährleisten.
Die Anwendung solcher Medikamente bei demenziell Erkrankten sollte beschränkt werden auf Situationen, in denen nicht-pharmakologische Maßnahmen versagen und eine erhebliche Symptomlast bzw. ein erhebliches Risiko für Eigen- und Fremdgefährdung besteht.
Durch Erkennen und Beeinflussung von medizinisch angehbaren (Delir, Schmerzen …) und anderen Umständen, die mit Verhaltensauffälligkeiten einhergehen können, können medikamentöse Interventionen oft überflüssig gemacht werden.
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