Keine längerfristige Glukokortikoidtherapie ≥ 5mg/d Prednisonäquivalent bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen
Eine längerfristige Glukokortikoidtherapie in einer Dosis von mehr als 5 mg/d Prednisonäquivalent bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen soll vermieden werden.
Glukokortikoide (GC) sind eine wertvolle Komponente der medikamentösen Therapie vieler entzündlicher rheumatischer Erkrankungen. Ihr Einsatz ist jedoch von einer Vielzahl von unerwünschten Wirkungen begleitet, welche wesentlich von der Dosis abhängen. So ist bei der rheumatoiden Arthritis (RA) das Risiko für eine schwere Infektion bei einer Tagesdosis von > 14 mg/d Prednison im Vergleich zu < 7,5 mg/d fast verfünffacht. Insbesondere bei Risikofaktoren für Infektionen sind jedoch auch schon niedrigere Dosen bedenklich. Wenn sich bei einer rheumatischen Erkrankung die Prednisontagesdosis also nicht in einem Zeitraum von circa sechs Monaten auf unter 5 mg reduzieren lässt (Großgefäßvaskulitiden unter 7,5mg), so sollte entweder die Diagnose überdacht oder die GC-sparende Therapie mit DiseaseModifying Rheumatic Drugs (DMARD) und/oder Biologika so angepasst werden, dass die GC so weit wie möglich reduziert oder bestenfalls ausgeschlichen werden können. 1 - 5.