• Derzeit gültig
  • Rheumatologie
Veröffentlicht: 2016 Aktualisiert: 2026

Unmittelbarerer Beginn einer Glucocorticoidtherapie bei konkretem Verdacht auf Riesenzellarteriitis

Bei konkretem klinischen Verdacht auf eine Riesenzellarteriitis (früher „A. temporalis“) soll unverzüglich mit einer Glukokortikoid- Therapie begonnen werden; die anstehende Diagnostik soll den Therapiebeginn nicht verzögern.

Die Riesenzellarteriitis (RZA) ist die häufigste Vaskulitis im höheren Alter. Typische Symptome sind neben den Kopf- auch Kauschmerzen, eine berührungsempfindliche Kopfhaut, Myalgien, Gewichtsverlust sowie erhöhte systemische Entzündungswerte (Blutsenkungsgeschwindigkeit [BSG] und/oder C-reaktives Protein [CRP]). Die RZA führt im schlimmsten Fall zu einer (meist irreversiblen) Erblindung und ist deshalb ein Notfall. Eine Therapie mit Glukokortikoiden (40-60mg p.o. , bei Augenbeteiligung 500mg i.v.) sollte nicht durch die anstehende Diagnostik verzögert werden. Die definitive Diagnose wird heute mittels Gefäßultraschall,  Magnetresonanztomografie (MRT), PET-CT oder, bei nicht konklusiven Befunden in der Bildgebung, mittels Temporalis- Biopsie gestellt 1. Eine negative Temporalisbiopsie schließt hingegen wegen des segmentalen Befalls die Erkrankung nicht aus. Die Bildgebung sollte zugunsten der Sensitivität innerhalb von 72 Stunden nach Beginn der Glukokortikoidtherapie angestrebt werden 3. Auch eine Temporalisbiopsie, soweit notwendig, sollte optimalerweise innerhalb weniger Tage nach Therapiestart erfolgen. Falls dies nicht gelingt, verbleibt die Aussicht auf eine positive Histologie auch bei späterer Biopsie für mindestens bis zu 4 Wochen.1 - 3


Vielen Dank für Ihr Feedback!

Feedback zu diesem Artikel

Bewertung durch Besucher:innen der Webseite:

5 Teilnehmer:innen

Ein Fehler ist aufgetreten

Bitte versuchen Sie es später erneut.

[]

Ihr Feedback?

Bewerten Sie diese Empfehlung:


Hellmich B, Agueda A, Monti S, Buttgereit F, de Boysson H, Brouwer E, Cassie R, Cid MC, Dasgupta B, Dejaco C, Hatemi G, Hollinger N, Mahr A, Mollan SP, Mukhtyar C, Ponte C, Salvarani C, Sivakumar R, Tian X, Tomasson G, Turesson C, Schmidt W, Villiger PM, Watts R, Young C, Luqmani RA. 2018 Update of the EULAR recommendations for the management of large vessel vasculitis. Ann Rheum Dis. 2020 Jan;79(1):19-30. doi: 10.1136/annrheumdis-2019-215672. Epub 2019 Jul 3. PMID: 31270110.Schirmer JH, Aries PM, Balzer K, Berlit P, Bley TA, Buttgereit F, Czihal M, Dechant C, Dejaco C, Garske U, Henes J, Holle JU, Holl-Ulrich K, Lamprecht P, Nölle B, Moosig F, Rech J, Scheuermann K, Schmalzing M, Schmidt WA, Schneider M, Schulze-Koops H, Venhoff N, Villiger PM, Witte T, Zänker M, Hellmich B. S2k-Leitlinie: Management der Großgefäßvaskulitiden [S2k guidelines: management of large-vessel vasculitis]. Z Rheumatol. 2020 Nov;79(Suppl 3):67-95. German. doi: 10.1007/s00393-020-00893-1. PMID: 33156399.Dejaco C, Ramiro S, Bond M, Bosch P, Ponte C, Mackie SL, Bley TA, Blockmans D, Brolin S, Bolek EC, Cassie R, Cid MC, Molina-Collada J, Dasgupta B, Dalsgaard Nielsen B, De Miguel E, Direskeneli H, Duftner C, Hočevar A, Molto A, Schäfer VS, Seitz L, Slart RHJA, Schmidt WA. EULAR recommendations for the use of imaging in large vessel vasculitis in clinical practice: 2023 update. Ann Rheum Dis 2024;83:741–751. doi:10.1136/ard-2023-224543.