Zumindest eine ÖGD bei mehrjähriger Gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD) zur Detektion eines Barrett Ösophagus
Bei mehrjährig bestehenden Refluxbeschwerden sollte zumindest eine Magenspiegelung (ÖGD) zur Aufdeckung eines Barrett-Ösophagus erfolgen. [
Risikofaktoren für das Vorliegen eines Barrett-Ösophagus sind gut definiert. Eine Metaanalyse von 20 Studien und insgesamt 74 943 Patienten mit Barrett-Ösophagus identifizierte das Alter, männliches Geschlecht, Nikotinabusus, zentrale Adipositas und die Länge des Barrett-Ösophagus als Hauptrisikofaktor für die Entstehung eines Adeno-Karzinoms 1. Dennoch ist nur in 5 % der Fälle von Barrett-Karzinom zuvor ein Barrett-Ösophagus diagnostiziert worden2. Um dieses Defizit zu minimieren, ist eine einmalige („once-in-a-life-time“) Endoskopie bei chronischen Refluxpatienten sinnvoll, um auf diesem Wege einen Barrett-Ösophagus aufzudecken bzw. auszuschließen. Dabei gilt das Hauptaugenmerk besonders denjenigen Patienten, die bereits Dysplasien aufweisen. Für eine anhand der Symptomatik getroffenen Selektion zur endoskopischen Abklärung gibt es keine Evidenz, da 40 % der Karzinompatienten keine hohe Symptomlast aufweisen 3. Systematische Screeningprogramme erscheinen sinnvoll, da nach einer systematischen Analyse retrospektiver Fallkontrollstudien die Diagnose dysplastischer/maligner Veränderungen im Barrett-Ösophagus dadurch früher gestellt werden kann und die Mortalität sinkt2. Ein generelles populationsbasiertes Screening der Gesamtbevölkerung kann dennoch aufgrund der fehlenden Daten nicht empfohlen werden 4.
Referenzen
Referenzen siehe Leitlinie Madisch A et al. S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) März 2023 – AWMF-Registernummer: 021 – 013. Z Gastroenterol 2023; 61: 862–933