• Nephrologie
Veröffentlicht: 2019

Bei akutem ischämischem Apoplex soll eine medikamentöse Blutdrucksenkung in der Regel nicht erfolgen.

Bewertungskriterien  

  

Ad 1: Wichtigkeitsgrad  

Unverändert wichtige Frage, aber zunehmend kontrovers diskutiert 

Ad 2: Internat. Abgleich  

Derzeit kein Konsens 

Ad 3: Aktualität  

Große randomisierte Studien laufen 

Ad 4: Bedeutsamkeit  

Häufig und sehr bedeutsam 

Ad 5: Hindernisse  

Diskussion unterschiedlicher Blutdruckziele z.B. in Abhängigkeit vom Zeitpunkt einer Lyse ist derzeit laufend. 

Die arterielle Hypertonie stellt einen wesentlichen Risikofaktor für zerebrovaskuläre Erkrankungen dar. Für Patienten nach Schlaganfall oder transitorisch-ischämischer Attacke in der Anamnese wird bei systolischen Blutdruckwerten > 140 mmHg eine antihypertensive Therapie empfohlen (Hochdruckleitlinien ESH/ESC 2018, Canada 2016, DHL 2015)1 - 3.

Anders stellt sich die Situation bei hypertensiven Patienten mit akutem ischämischem Apoplex dar: Innerhalb der ersten Woche nach akutem Apoplex wird eine blutdrucksenkende Therapie allgemein nicht empfohlen (siehe Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie4sowie Hochdruckleitlinien1 - 3) es sei denn, der Blutdruck ist exzessiv hoch. Trotz dieser sich in allen relevanten Leitlinien zur Blutdrucktherapie bei Apoplex wiederfindenden Empfehlungen wird aber oft der Blutdruck bei Apoplex-Patienten stärker gesenkt als empfohlen.

Bei Patienten mit chronischer arterieller Hypertonie, die keiner thrombolytischen Therapie unterzogen werden können, soll nur bei extremen Blutdruckwerten > 220/120 mmHg medikamentös interveniert werden. Die Zielgröße ist dann nicht mehr als 25 % Senkung des systolischen RR über die ersten 24 Stunden. Eine Ausnahme stellen Patienten dar, die keinen Bluthochdruck in der Anamnese aufweisen, oder auch Patienten mit manifester Herzinsuffizienz; diese sollen auf Werte von 160–180/90–100 mmHg eingestellt werden. Stärkere Blutdrucksenkung kann fatale Folgen haben im Sinne einer weiteren Verschlechterung der zerebralen Ischämie. Bei Patienten, die sich für eine thrombolytische Therapie eignen, soll erst bei Blutdruckwerten > 180/110 mmHg medikamentös interveniert werden, um das Risiko einer sekundären intrakraniellen Blutung zu reduzieren. Die Konsentierung dieser Empfehlung erfolgte in Abstimmung mit der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).


Vielen Dank für Ihr Feedback!

Feedback zu diesem Artikel

Bewertung durch Besucher:innen der Webseite:

0 Teilnehmer:innen

Ein Fehler ist aufgetreten

Bitte versuchen Sie es später erneut.

[]

Ihr Feedback?

Bewerten Sie diese Empfehlung:


Kintscher U, Mahfoud F: Therapy of hypertension – 2015. Dtsch Med Wochenschr 2015; 140: 835–42.Leung AA, Nerenberg K, Daskalopoulou SS, et al.: Hypertension Canada’s 2016 Canadian Hypertension Education Program Guidelines for Blood Pressure Measurement, Diagnosis, Assessment of Risk, Prevention, and Treatment of Hypertension. Can J Cardiol 2016; 32: 569–88.Williams B, Mancia G, Spiering W, et al.: 2018 ESC/ESH Guidelines for the management of arterial hypertension. Eur Heart J 2018; 39 (33): 3021–104.Veltkamp R, Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls 2012. www.dgn.org images/red_leitlinien/LL_2012/pdf/ ll_22_2012_akuttherapie_des_ischmischen_schlaganfalls_update.pdf (last accessed on 8 April 2019).