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  • Endokrinologie
Veröffentlicht: 2016 Aktualisiert: 14.02.2025

Keine Substitution bei nur einmalig erniedrigtem Testosteron

Eine Testosteronsubstitution soll nicht aufgrund eines einzelnen erniedrigten Testosteronwertes ohne Klinik und Ursachenabklärung eingeleitet werden.

Unspezifische Symptome wie zum Beispiel Müdigkeit, Schlafstörungen, depressive Stimmungslage, verminderter Antrieb und Gewichtszunahme in Kombination mit einem einzelnen erniedrigten Testosteronwert sind kein eindeutiges Indiz für einen Hypogonadismus. Der Testosteronwert ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Die Werte sind alters- und BMI-abhängig und unterliegen einer tageszeitlichen Rhythmik, sind negativ beeinflusst von Medikamenten und von begleitenden Erkrankungen 1 - 2. Die Blutabnahme sollte morgens vor 10 Uhr nüchtern erfolgen. Bei einmalig erniedrigt gemessenen Testosteronwerten findet sich bei bis zu 30 % der Untersuchten ein Normwert bei der Kontrolle, so dass bei auffälligen Werten immer eine wiederholte Messung indiziert ist 3. Eine Ursachenabklärung (primärer beziehungsweise sekundärer Hypogonadismus?) muss einer Therapieeinleitung vorausgehen, um ggf. andere Erkrankungen, die eine Behandlung erfordern (z.B. Hypophysentumor) zu erkennen 4.


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