Positiv-Empfehlung

Verlaufsuntersuchungen bei Risikopatienten sollen Kreatinin- Bestimmungen und Urinstatus beinhalten.


Mit Verlaufsuntersuchungen sind die Untersuchungen gemeint, die regelmäßig bei Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem und renalem Risiko durchgeführt werden. Zu dieser Risikogruppe zählen insbesondere Patienten mit Diabetes mellitus und arterieller Hypertonie, die alle ein bis zwei Jahre untersucht werden sollten (1).

Wenn bei einer solchen Verlaufsuntersuchung pathologische Befunde erhoben werden, empfehlen die internationalen KDIGO- Leitlinien (Kidney Disease Improving Global Outcomes) zur Optimierung von Präventionsmaßnahmen und zur weiteren Diagnostik eine fachärztliche Untersuchung beim Vorliegen folgender Konstellation (1):

A) Vorgestellt werden sollten Patienten, die eines oder mehrere der folgenden Kriterien aufweisen:

  • Proteinurie oder Albuminurie bei zwei Bestimmungen im Spontanurin (Albuminurie > 300 mg/g Kreatinin; Proteinurie > 500 mg/g Kreatinin)
  • Mikro- oder Makrohämaturie oder Erythrozyturie (nichturologisch) bei zwei Bestimmungen im Spontanurin
  • CKD (chronic kidney disease = chronische Nierenkrankheit) plus arterielle Hypertonie, die trotz Vierfach- Medikamentenkombination nicht kontrolliert ist
  • Verschlechterung der Nierenfunktion (> 5 mL/min/1,73 m2 pro Jahr)
  • Morphologische Nierenveränderung nierenspezifische Komorbiditäten bei eGFR (estimated GFR = geschätze glomeruläre Filtrationsrate) < 60 mL/min/1,73 m2 wie Anämie oder Störungen des Ca/ Phosphathaushalts

B) Bei eingeschränkter Nierenfunktion sollten alle Patienten vorgestellt werden:

  • mit einer GFR von < 45 mL/ min/1,73 m2 (das heißt ab CKDStadium 3b) oder mit einer GFR von < 60 mL/ min/1,73 m2 (das heißt ab CKD-Stadium 3a) und gleichzeitigem Auf - treten eines der obigen Kriterien (Proteinurie, Hämaturie, Hypertonie, morphologische Veränderungen, nierenspezifische Komorbiditäten)

Patienten mit chronischer Nierenkrankheit, welche dem Nephrologen erst im späten Stadium ihrer Erkrankung vorgestellt werden, haben in einer Vielzahl wissenschaftlicher Studien eine deutlich schlechtere Prognose als diejenigen, die rechtzeitig einer fachärztlichen Behandlung zugeführt werden (2). Des Weiteren hat der Nephrologe die wichtige Aufgabe, den Patienten rechtzeitig über die verschiedenen Varianten der Nierenersatztherapie aufzuklären und gegebenenfalls einen Gefäßzugang zu planen.

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