Negativ-Empfehlung

In der Frühphase einer akuten Pankreatitis sollte eine Computertomographie nicht angefertigt werden.


Die Diagnose einer akuten Pankreatitis beruht auf 2 von 3 Befunden, nämlich:

akut einsetzende gürtelförmige Bauchschmerzen mit einem typischen Untersuchungsbefund („Gummibauch“),
einer Enzymentgleisung (Lipase stark erhöht, mindestens > 3-fache Norm) und
einem entsprechenden bildgebenden Befund.

In der Regel reichen klinisches Bild und ausgeprägte Hyperlipasämie mit gürtelförmigen Schmerzen für die Diagnose einer akuten Pankreatitis aus, eine Bildgebung ist nicht zwingend Teil der Krankheitsdefinition, vielmehr in der Mehrzahl der Fälle (bei denen eine ödematöse Pankreatitis vorliegt) verzichtbar (42, 43, 44). Zudem erlaubt die CT in der Frühphase (< 48 Stunden nach Schmerzbeginn) der Pankreatitis keinen verlässlichen Rückschluss auf einen ggf. schweren Verlauf und/oder Nekrosen (45). Eine frühe CT ändert in den meisten Fällen das Management der akuten Pankreatitis nicht, kann aber zu einem längeren Klinikaufenthalt (46) und einer nicht indizierten Antibiotikagabe (47) beitragen.

Nur wenn bei begründetem klinischen Verdacht keine wesentliche Erhöhung der Lipase nachzuweisen ist (48) oder differentialdiagnostisch andere Ursachen der Bauchschmerzen ernsthaft erwogen werden müssen, ist in der Notaufnahmestation die Durchführung einer CT indiziert; dann aber als Dreiphasen- Kontrastmittel-CT. Eine native Aufnahme ist außer zum Ausschluss einer Hohlorganperforation nutzlos. Unstrittig ist dagegen die Indikation zur CT, wenn sich im weiteren Verlauf der Erkrankung (> 3–5 Tage nach Symptombeginn) das klinische Bild nicht bessert oder gar verschlechtert, da die CT im Hinblick auf Organveränderungen, Nekrosen, lokale Komplikationen etc. die aussagekräftigste Bildgebung darstellt (49, 50).

Die Graduierung der CT-Befunde nach der revidierten Atlanta- Klassifikation (51) korreliert gut mit dem klinischen Schweregrad und der Prognose der Patienten. Ob die Durchführung einer Perfusions-CT eine frühzeitige Identifizierung eines schweren Verlaufs ermöglicht (52), bedarf vor allem vor dem Hintergrund, dass eine kausale Therapie fehlt, weiterer Studien.

Um die unsere Webseite optimal gestalten zu können, werden Cookies verwendet. Durch die weitere Nutzung der Webseite der DGIM stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies und zum Datenschutz erfahren Sie hier

Checkbox kommt...