Negativ-Empfehlung

Eine CT-Untersuchung vor der Lumbalpunktion bei Verdacht auf bakterielle Meningitis soll nicht erfolgen – außer bei Symptomen, die auf einen erhöhten Hirndruck oder eine Herdpathologie hinweisen, oder bei intensiver Immunsuppression.


Eine Lumbalpunktion im Rahmen der Diagnostik der bakteriellen Meningitis ist entscheidend, um die Diagnose zu bestätigen, das auslösende Pathogen zu identifizieren und dessen Resistenzprofil zu untersuchen. Nur so kann die antibiotische Therapie optimal fokussiert werden (13). Eine CT-Untersuchung vor Lumbalpunktion kann die Gabe von Antibiotika und Dexamethason verzögern und wird generell zu häufig durchgeführt, was nicht den aktuellen Leitlinien entspricht (59–62). Die Indikation für eine CT-Untersuchung vor Lumbalpunktion ist dann gegeben, wenn eines der folgenden Charakteristika vorhanden ist:

1. fokale neurologische Symptome,
2. neu aufgetretene epileptische Anfälle,
3. ausgeprägt veränderter Bewusstseinszustand (GCS < 10) oder
4. intensive Immunsuppression.

Patienten ohne eines dieser Charakteristika benötigen keine CT-Untersuchung, da es sehr unwahrscheinlich ist, dass sich aufgrund pathologischer Befunde in der Bildgebung eine Kontraindikation für die Lumbalpunktion ergibt (62–65).

Eine intensive Immunsuppression ist unter anderem definiert durch: schwere angeborene Immundefekte, CD4-Lymphozyten < 200/μL, Zustand nach allogener Stammzell- beziehungsweise Organtransplantation, intensivierte Immunsuppression mit 2 oder mehr Medikamenten, Corticosteroidgabe > 0,5 mg/kg/Tag (Prednisolon-Äquivalent) in den letzten 4 Wochen oder länger (66). Die Konsentierung dieser Empfehlung erfolgte in Abstimmung mit der DGN.

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